JU JITSU


Der japanische Begriff JU JITSU bedeutet etwa „sanfte Kunst“, was auf das wichtige Prinzip der effektiven Ausnutzung der gegnerischen Kräfte bei der Annahme eines Angriffs hindeutet. Die eigentlichen Techniken - Schläge, Tritte, Würfe und Hebel - lassen sich dann kaum mehr mit dem Begriff „sanft“ umschreiben. Man sollte sich nicht von den diversen Schreibweisen verwirren lassen, sie bedeuten alle mehr oder minder dasselbe: eben „sanfte Kunst“, die japanischen Schriftzeichen sind gleich.


Wie das Ju-Jitsu letztlich entstanden ist, verliert sich im Dunkel der Geschichte, sicher ist jedoch, dass es in den alten Zeiten nicht nur in Japan intelligente Methoden der Kampfesführung gegeben hat. Nur sind viele solcher Schulen später in Vergessenheit geraten und auch in Japan stand das Ju-Jitsu kurz vor dem Aussterben. Es ist fast sicher, dass der deutsche Professor Erich von Bälz, der von 1876 bis 1902 an der Medizinischen Hochschule Tokio lehrte und auch Leibarzt des späteren japanischen Kaisers bis 1905 tätig war, diese zu jener Zeit nicht mehr geachtete Kunst durch seinen großen Einfluss vor dem Erlöschen bewahrte. In der Folge entstand das sog. KANO

JU JITSU, dass als Judo bald weltweit bekannt wurde. Allerdings ist Judo eine Zweikampfsportart moderner Prägung, während Ju-Jitsu die klassischen Konzepte des realen Kampfes in militärischer oder ziviler Ausprägung

weiterträgt. Hier gibt und gab es sehr viele Stilrichtungen (RYU) und Strömungen, wobei man in Japan u.a. zwischen der Kunst (NIHON JU JITSU) und der Selbstverteidigung (GOSHIN JITSU) unterscheidet. In Europa und Amerika verbreitete sich das Ju-Jitsu und Judo ab der Jahrhundertwende – die erste deutsche Schule wurde von Erich Rahn um 1905 in Berlin eröffnet, wobei das „versportlichte“ Judo zunehmend die Oberhand gewann.


Unsere Kampfkunst ist, neben vielen anderen Einflüssen, stark geprägt durch das jugo ryu tode von Prof. Dr. Josef Linder, 10. Dan, sowie durch das Ao Denkou Jitsu von Prof. Rick Clark, 9. Dan. Über Prof. Linders Ziehvater

Sekiguchi Komei, Soke sind wir bei der japanischen Organisation registriert und als ryu anerkannt.


Wichtig ist uns ein vielseitiges Training von Körper und Geist, bei dem jeder früher oder später seine eigenen Schwerpunkte setzen kann und muss. Die Grundtechniken sind letztlich für alle gleich, aber schon bei den Selbstverteidigungssituationen, den Szenarien muss man auf die unterschiedlichen Voraussetzungen eines jeden

eingehen. Das Alter, die körperliche Verfassung und vieles mehr bestimmen, was möglich ist und was nicht.


Besonders die Meister ab dem 2., 3. Dan sollen ihren eigenen Stil entwickeln, was natürlich nicht heißt, jeder soll plötzlich etwas völlig anderes machen – nein, es geht um die flexible, individuelle Anwendung der Grundregeln der Kampfführung.